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Der Regisseur: Kôichi CHIGARA
Kôichi Chigira wurde 1959 in der Präfektur Kanagawa geboren. Nachdem er zuerst als Animateur (To-Y, Urusei Yatsura: Always my Darling) und Animationsregisseur (Kimagure Orange Road, Doomed Megalopolis) gearbeitet hatte, begann er mit Nineteen 19 und nachher Tokyo Babylon auch Regie zu führen. Mit dem Studio Gonzo arbeitete er zum ersten Mal bei Blue Submarine No. 6 zusammen, danach übernahm er die Regie der Serien Gate Keepers, Full Metal Panic! und Last Exile, bevor er für Brave Story, den zweiten Animationsfilm in Spielfilmlänge des Studios, ausgewählt wurde.
Wie kam es, dass Sie die Regie in diesem Film übernahmen?
Ich hatte gerade die Arbeit an einer TV-Serie beendet, als man mich anfragte, ob ich an Brave Story mitarbeiten wolle. Ich war schon lange ein Fan von Miyuki Miyabe, darum beeilte ich mich natürlich, das Angebot schnellstens anzunehmen. Obwohl ich eigentlich von Anfang an in das Projekt involviert war, waren, als ich hinzustieß, die Drehbuchskizzen und die Entwürfe für die Figuren bereits da.
Die Ausarbeitung des Drehbuchs war anscheinend sehr komplex?
Wir wollten einen Film für das Zielpublikum „ganze Familie“ machen, deshalb haben wir uns auf eine abenteuerliche und actiongeladene Stimmung konzentriert und die tragische Vergangenheit von Mitsuru sowie auch die Situation in Watarus Familie weitgehend ausgeblendet. Wir haben verschiedene Richtungen ausprobiert und dann schließlich im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Ichirô Ôkôchi das endgültige Szenario entworfen. Das Schreiben des Drehbuchs hat schlussendlich insgesamt 18 Monate in Anspruch genommen, doch Herr Ôkôchi hatte eigentlich nur 3 Monate dafür veranschlagt. So ist diese Erzählung einer Art Lehrzeit mit Wataru als Hauptfigur entstanden. In Herrn Ôkôchis Drehbuch ist die Erzählung auf Wataru und Mitsuru konzentriert. So entscheidet sich Wataru schlussendlich nach langem Zögern, dem Vorbild Mitsurus nicht zu folgen, welcher vor nichts zurückschreckt, um seine Ziele zu erreichen. Das ist genau das, was ich zeigen wollte.
In der fünften Klasse hängt man sehr an seinen Freunden, nicht? Wataru hat vorher noch nie jemanden wie Mitsuru kennengelernt, und bei Mitsuru sieht es genau gleich aus. Sie empfinden einander gegenüber eine Art Bewunderung. Wie sich die Gefühle dieser beiden Jungen verändern, das ist etwas, was ich unbedingt zeigen wollte.
Unterscheidet sich Ihre Arbeit als Regisseur bei TV-Serien von derjenigen bei Spielfilmen?
Bei einer TV-Serie wird die Sendung allwöchentlich ausgestrahlt, man arbeitet also immer unter dem Druck, nur ja nicht zu spät fertig zu werden. Dies hat bei TV-Serien absolute Priorität, doch dieses Format erlaubt es einem auch, Reaktionen aufzunehmen und im Projekt selbst noch zu verarbeiten. Bei Spielfilmen nimmt die Produktion zwei oder drei Jahre in Anspruch. Es ist deshalb sehr schwierig, eine klare Sicht zu behalten. Und da das Ende der Arbeit in weiter Ferne liegt, ist es auch ziemlich schwer, die nötige Spannung aufrechtzuerhalten, was Probleme verursachen kann.
Hat Ihnen Miyuki Miyabe spezielle Anweisungen und Hinweise gegeben, das Szenario und die Produktion betreffend?
Nein, nicht wirklich. Aber man durfte natürlich nie vergessen, dass sie es war, die die ganze Welt und die Figuren von Brave Story geschaffen hat. Deshalb wünschte ich mir von Anfang des Projekts an, sie zu treffen. Ich hatte so viele Fragen, die ich ihr stellen wollte, zum Beispiel: „Wie sind sie auf die Idee zu diesem Roman gekommen?“ Oder: „Welche Geräusche kann man am Morgen in der Gegend hören, in der Wataru lebt?“ Und so weiter, und so fort. Leider hatte ich nicht das Glück, sie schon zu Beginn des Projekts kennen zu lernen.
Haben Sie den Wunsch verspürt, gewisse Szenen abzuändern?
Am Ende des Films kommen ja Szenen vor, in denen Drachen auftauchen. Das war so nicht vorgesehen. Die Idee dazu kam von mir und ich habe dann einen der Verantwortlichen für die Animation darum gebeten, doch bitte Drachen zu zeichnen. (Lacht)
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